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gern mit Berufserfahrung und
fundierten Kenntnissen in Manueller
Therapie und MLD, in Voll-oder
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Wir bieten:
Flexibel gestaltbare
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Mitarbeit in einem sympathischen
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Beeindruckende Eingangshalle des AOK-Bundesverbandes
Foto: AOK-Bundesverband/Stefan Melchior • Lizenz: CC-BY •Mit der Einführung der Blankoverordnung sollten PhysiotherapeutInnen und ErgotherapeutInnen mehr Verantwortung in der Versorgung übernehmen. Seit 2024 können sie nach ärztlicher Diagnose eigenständig über Art, Umfang und Frequenz der Therapie entscheiden. Das Ziel: eine stärker patientenorientierte und evidenzbasierte Behandlung. Ein Jahr nach Einführung fällt die erste große Zwischenbilanz jedoch kontrovers aus.
Daten: Deutlicher Anstieg bei Kosten und Leistungen
Der AOK-Bundesverband sieht in seinen Abrechnungsdaten vor allem einen starken Anstieg von Leistungen und Kosten. In der Ergotherapie stiegen die Ausgaben in den relevanten Diagnosebereichen um 62 Prozent, während die Zahl der Behandlungen um 34 Prozent zunahm. In der Physiotherapie – aktuell ausschließlich bei Schulterdiagnosen – stiegen die Kosten um nahezu 100 Prozent, die Behandlungszahlen um 73 Prozent.
Auffällig ist zudem eine Verschiebung hin zu "teureren Leistungen". So hat sich in der Physiotherapie etwa der Anteil der Manuellen Therapie im Vergleich zur Krankengymnastik deutlich erhöht. Parallel dazu stieg die Zahl der besonders hochpreisigen Verordnungen stark an. Insgesamt stiegen die Heilmittelausgaben im Jahr 2025 um 10,4 Prozent beziehungsweise 1,4 Milliarden Euro. Seit 2019 beträgt der Anstieg rund 68 Prozent.
Kritik: „Mehr Geld ohne nachweisbaren Nutzen“
Die AOK-Vorstandsvorsitzende Carola Reimann spricht von „unwirtschaftlichen Fehlentwicklungen“. Die Blankoverordnung werde teilweise als „Blanko-Scheck zur Einnahmeoptimierung“ genutzt; die Möglichkeiten der Therapeutinnen und Therapeuten müssten begrenzt werden. Auch andere Krankenkassen äußern Zweifel. Die Versorgungsqualität sei derzeit nicht valide messbar und es fehlten belastbare Nachweise für Verbesserungen.
Ca.15 Prozent der Ausgabensteigerung entfallen auf die Steuerungs- und Dokumentationspauschalen. Stichproben zeigen laut AOK zudem kaum Veränderungen im Therapieaufbau. Häufig bleibe es bei gleichbleibenden Maßnahmen – trotz erweiterter Entscheidungsfreiheit.
Einordnung: Physiotherapie sieht notwendige Entwicklung
Die Berufsverbände widersprechen dieser Bewertung deutlich. Für Physio Deutschland spiegeln die steigenden Ausgaben vor allem eine realistischere und bedarfsgerechtere Versorgung wider. Erstmals können TherapeutInnen konsequent evidenzorientiert und leitlinientreu arbeiten, etwa durch den gezielteren Einsatz von Manueller Therapie und Krankengymnastik am Gerät bei bestimmten Diagnosen.
Höhere Kosten seien dabei kurzfristig erwartbar, könnten aber langfristig Chronifizierungen und Folgekosten vermeiden. Zugleich verweisen die Verbände darauf, dass belastbare Studien zur Versorgungsqualität noch ausstehen. Erste Evaluationen sind bereits geplant (wir berichteten).
Konsequenz: Reforminstrument ohne klare Bewertung
Die Blankoverordnung steht somit beispielhaft für ein strukturelles Problem im Gesundheitswesen. Mehr Autonomie führt zu mehr Verantwortung – aber auch zu höheren Kosten. Solange Qualität und Nutzen nicht systematisch gemessen werden, bleibt die Bewertung zwangsläufig einseitig.
Die Krankenkassen betrachten die Ausgaben, die Berufsverbände die Versorgungsspielräume. Für die Physiotherapie gilt: Die Richtung stimmt, doch es fehlt noch die Evidenz. Für die Politik ergibt sich daraus eine zentrale Aufgabe: Sie muss Transparenz schaffen, statt vorschnell zu begrenzen.
Meinung des Autors
Zahlen werden interpretiert – Versorgung wird ignoriert
Die Kritik der Krankenkassen folgt einem bekannten Muster. Steigende Kosten werden skandalisiert, Zusammenhänge jedoch ausgeblendet. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Verhandlungen zur Blankoverordnung und zur Kompetenzerweiterung im Rahmen der Primärversorgung stehen an. Da kommt ein kritischer Bericht gerade recht.
Was fehlt, ist der Blick aufs Ganze. Eine bessere und gezieltere Therapie kann Krankheitstage verkürzen, die Zahl der Arztbesuche reduzieren und die Medikamentenkosten senken. Konzepte wie KGG verhindern mit Sicherheit Folgebeschwerden. Diese Wirkung zeigt sich jedoch erst mittel- und langfristig und ist daher in kurzfristigen Abrechnungsdaten nicht erkennbar. Wer nur die Kosten zählt, blendet die Wirkung systematisch aus.
Währenddessen bleibt die zentrale Frage unbeantwortet: Wie soll Versorgung künftig funktionieren? Mehr PatientInnen, weniger TherapeutInnen, längere Wartezeiten – das ist die Realität. Physiotherapie ist längst ein Mangelberuf. Anstatt Lösungen zu diskutieren, wird über die Kosten gestritten. Prozentuale Honorarsteigerungen werden kritisiert, ohne die Ausgangslage zu nennen. Gleichzeitig fehlen seit Jahren echte Vorschläge zur Weiterentwicklung der Versorgung.
Auch die eigene Rolle gehört auf den Prüfstand
Bei aller berechtigten Kritik an den Kassen darf die eigene Profession nicht ausgenommen werden. Eine vorrangig ökonomisch motivierte und missbräuchliche Nutzung passiver Maßnahmen (Wärme- o. Kälteanwendungen) muss ebenso kritisch hinterfragt werden wie eine eskalierende Anwendung von KGG-Leistungen, die teilweise eher an Fitnessstudio-Verträge als an medizinisch begründete Therapie erinnern.
Zudem stellt sich die Frage der Transparenz: Wie PatientInnen Eigenanteile bei Verordnungen von mehreren tausend Euro nachvollziehen und zahlen können, bleibt offen. Wenn die Profession mehr Autonomie einfordert, gehört dazu zwingend auch ein verantwortungsvoller und nachvollziehbarer Umgang mit den eigenen Spielräumen.
Olav Gerlach aus Heiligenhafen
Olav Gerlach ist angestellter Physiotherapeut.
Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er durch seine Fahrradtour #TourdeSpahn2019 von der dänischen Grenze bis nach Berlin oder durch Auftritte im Fernsehen - alles immer mit dem Ziel, auf die Missstände in den Gesundheitsberufen hinzuweisen.
BlankoverordnungAOKKritikVersorgungKommentarGastbeitrag
Endlich könnte man meinen, es geht schließlich um die Versorgung und wir müssen es schließlich irgendwie gemeinsam hinbekommen, 30% mehr Patienten mit 25% weniger Therapierenden zu versorgen.
Aber halt, es geht gar nicht um die Versorgung. Es geht um die anstehenden Verhandlungen zur Blankoverordnung und mehr Autonomie.
Bundesgesundheitsministerin Warken hat von einem Modellversuch zum Direktzugang gesprochen und damit der Branche aus Sicht der Kassen das Fadenkreuz auf die Stirn geklebt.
Ziel der Reformen soll sein, die Versorgung mit Therapie sicherzustellen und zu verhindern, dass sich die Fehler mit der Pflege vollumfänglich wiederholen. Immerhin einen großen Teil der Fehler haben wir schon hinter uns gebracht mit den gleichen Ergebnissen wie in der Pflege.
Die Kassen beklagen im Vorfeld der Verhandlungen die Honorarsteigerungen in der Physiotherapie.
Ja, da müssen wir uns schuldig bekennen. Von unterirdischen 2.200€ brutto im Jahr 2018 haben wir uns auf lausige 3.300€ brutto im Median hochgearbeitet. 50% Steigerung !!!
Damit sollte es dann auch mal gut sein mit den gierigen Therapeuten, sollte man meinen.
Nach wie vor verlassen Therapierende den Beruf und Wartezeiten in den Praxen verlängern sich kontinuierlich.
Physiotherapie ist zum Mangelberuf Nr.1 geworden.
Ebenfalls ganz vorne spielen wir bei der Bürokratie, veralteten Ausbildungsbedingungen und mittelalterlichen Berufsausübungsbedingungen mit.
Spitze wohin man nur schaut.
Die Kassen haben sich ohne Kontext mal wieder die Honorarsteigerungen vorgenommen. Die Ausgangsbasis wird vorsichtshalber nicht erwähnt sondern nur die Steigerung der Honorare in Prozent innerhalb der letzten 10 Jahre.
Ich frage mich, wann wir eigentlich mal ernsthaft über die Versorgung sprechen wollen? Hausbesuche auf dem Lande? Krebsnachsorge mit Lymphdrainage?
Mehr ambulante Versorgung statt teurer stationärer Aufenthalte, für die wir zudem kein Personal mehr haben?
Die Kassen sind maßgeblich für den Zustand der Versorgung verantwortlich. In 30 Jahren Berufspolitik habe ich noch keinen einzigen (!!!) Vorschlag zur Anpassung der Versorgung gehört oder gar darüber verhandelt.
Wir müssen das Rad gar nicht neu erfinden. Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie erfolgreiche Konzepte zur Versorgung aussehen können.
Und Geld sparen diese Konzepte ebenfalls, weil sie die Eigenverantwortung der Patienten stärken und Therapierende entsprechend einbeziehen.
Anstelle der xt-en Rasenmäherreform sollten wir endlich die Versorgung in den Vordergrund stellen.
Wann geht es los, liebe Kassen?
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Problem beschreiben
Jens Uhlhorn schrieb:
Es ist wieder so weit, die Krankenkassen feuern aus allen Rohren.
Endlich könnte man meinen, es geht schließlich um die Versorgung und wir müssen es schließlich irgendwie gemeinsam hinbekommen, 30% mehr Patienten mit 25% weniger Therapierenden zu versorgen.
Aber halt, es geht gar nicht um die Versorgung. Es geht um die anstehenden Verhandlungen zur Blankoverordnung und mehr Autonomie.
Bundesgesundheitsministerin Warken hat von einem Modellversuch zum Direktzugang gesprochen und damit der Branche aus Sicht der Kassen das Fadenkreuz auf die Stirn geklebt.
Ziel der Reformen soll sein, die Versorgung mit Therapie sicherzustellen und zu verhindern, dass sich die Fehler mit der Pflege vollumfänglich wiederholen. Immerhin einen großen Teil der Fehler haben wir schon hinter uns gebracht mit den gleichen Ergebnissen wie in der Pflege.
Die Kassen beklagen im Vorfeld der Verhandlungen die Honorarsteigerungen in der Physiotherapie.
Ja, da müssen wir uns schuldig bekennen. Von unterirdischen 2.200€ brutto im Jahr 2018 haben wir uns auf lausige 3.300€ brutto im Median hochgearbeitet. 50% Steigerung !!!
Damit sollte es dann auch mal gut sein mit den gierigen Therapeuten, sollte man meinen.
Nach wie vor verlassen Therapierende den Beruf und Wartezeiten in den Praxen verlängern sich kontinuierlich.
Physiotherapie ist zum Mangelberuf Nr.1 geworden.
Ebenfalls ganz vorne spielen wir bei der Bürokratie, veralteten Ausbildungsbedingungen und mittelalterlichen Berufsausübungsbedingungen mit.
Spitze wohin man nur schaut.
Die Kassen haben sich ohne Kontext mal wieder die Honorarsteigerungen vorgenommen. Die Ausgangsbasis wird vorsichtshalber nicht erwähnt sondern nur die Steigerung der Honorare in Prozent innerhalb der letzten 10 Jahre.
Ich frage mich, wann wir eigentlich mal ernsthaft über die Versorgung sprechen wollen? Hausbesuche auf dem Lande? Krebsnachsorge mit Lymphdrainage?
Mehr ambulante Versorgung statt teurer stationärer Aufenthalte, für die wir zudem kein Personal mehr haben?
Die Kassen sind maßgeblich für den Zustand der Versorgung verantwortlich. In 30 Jahren Berufspolitik habe ich noch keinen einzigen (!!!) Vorschlag zur Anpassung der Versorgung gehört oder gar darüber verhandelt.
Wir müssen das Rad gar nicht neu erfinden. Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie erfolgreiche Konzepte zur Versorgung aussehen können.
Und Geld sparen diese Konzepte ebenfalls, weil sie die Eigenverantwortung der Patienten stärken und Therapierende entsprechend einbeziehen.
Anstelle der xt-en Rasenmäherreform sollten wir endlich die Versorgung in den Vordergrund stellen.
Wann geht es los, liebe Kassen?
Wie kommt man zu der Aussage, dass sich der Therapieaufbau nicht geändert hätte, aber gleichzeitig wird bemängelt, dass mehr MT, KGG und passive Maßnahmen gemacht werden? In welchen Stichproben will man so etwas nachweisen, vor der Blankoverordnungen gab es ja nicht mal ausreichende Befunde, geschweige denn eine vernünftige Doku?
Wie will man weg von einer sehr teuren stationären Versorgung, wenn die Ausgaben im ambulanten Bereich nicht deutlich steigen?
Wie viel hat man eigentlich eingespart, durch weniger Arztkonsultationen, da nicht ständig ein neues Rezept geholt werden muss?
Das es Kollegen gibt, die nicht gut mit der Blankoverordnung umgehen ist unbestritten, aber das kann man ja in den Griff kriegen. Die Mehrheit dürfte das nicht unbedingt betreffen.
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anika666 schrieb:
Sehr seltsame Zahlen. Auf der Therapro war noch davon die Rede, dass die Anzahl der Behandlungen gleich sei, wie vor der Blankoverordnungen. Wie können dann plötzlich die Behandlungszahlen um 73% steigen? Zumal ja auch die meisten Physios nicht in den roten Bereich gehen werden.
Wie kommt man zu der Aussage, dass sich der Therapieaufbau nicht geändert hätte, aber gleichzeitig wird bemängelt, dass mehr MT, KGG und passive Maßnahmen gemacht werden? In welchen Stichproben will man so etwas nachweisen, vor der Blankoverordnungen gab es ja nicht mal ausreichende Befunde, geschweige denn eine vernünftige Doku?
Wie will man weg von einer sehr teuren stationären Versorgung, wenn die Ausgaben im ambulanten Bereich nicht deutlich steigen?
Wie viel hat man eigentlich eingespart, durch weniger Arztkonsultationen, da nicht ständig ein neues Rezept geholt werden muss?
Das es Kollegen gibt, die nicht gut mit der Blankoverordnung umgehen ist unbestritten, aber das kann man ja in den Griff kriegen. Die Mehrheit dürfte das nicht unbedingt betreffen.
Dass sich ausgerechnet die AOK über eine Ausgabensteigerung bei den Therapeuten echauffiert, ist für mich eine Farce. Zumndest in Hessen, dem Bundesland meines Praxisstandortes, hat sie es jahrzehntelang verstanden, die Entwicklung der Therapeutenhonorare unter die Inflation zu drücken, während sich ihre Chefetagen gleichzeitig die Taschen vollgemacht haben. Ich vermisse andererseits die öffentlich von den Kassen bekundete Freude darüber, dass durch sinnvolle Physiotherapie überflüssige Operationen der Schulter vermieden werden können, wodurch enorme Kosten eingespart werden können.
Bei keinem anderen Gelenk ist die muskuläre Stabilisation ähnlich wichtig, wie beim Schultergelenk. Dies hat zumindest den Therapeuten, die über die erforderliche Ausstattung und - noch wichtiger - die entsprechende Kompetenz hinsichtlich trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse verfügen, die Möglichkeit zu einer wirklich effektiven Therapie verschafft. Endlich haben wir mit der Blankoverordnung die Möglichkeit, unsere Trainingsgeräte und unsere Fachkompetenz zur Optimierung der Therapie sinnvoll einzusetzen, nachdem uns dies jahrelang durch die manipulative Einflussnahme der Kassen und KVen unmöglich gemacht wurde. Oder wollen die Kassen und KVen ernsthaft, dass wir unsere Schulterpatienten aus vermeintlichen Kostengründen mit sinnfreien Theraband-Übungen bespaßen?
Dass der vermehrte Einsatz von KGG zu einer Steigerung der Kosten geführt hat, liegt in der Natur der Sache. Die von der GKV geforderte umfangreiche Geräteausstattung und die Bereitstellung der erforderlichen Mindestfläche kosten nun einmal Geld. Geld, welches bei sinnvollem Einsatz der KGG auf der anderen Seite langfristig wieder eingespart werden kann.
Es ist andererseits - wie man aus zahlreichen Beiträgen in den Foren von physio.de lesen kann - leider auch eine Tatsache, dass manche Praxen die Blankoverordnung schamlos zur Gewinnoptimierung misbrauchen. Dies dürfte insbesondere auf viele der Großpraxen zutreffen, die teilweise von fachfremden Personen oder Investoren betrieben werden, denen es nicht um die Behandlungsqualität, sondern allein um die Rendite geht. Hier liegt es an den Krankenkassen, Misbräuche aufzudecken und entsprechend zu ahnden.
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Tatsache ist, dass große Praxen personell deutlich mehr Möglichkeiten haben, Personal zum Einsatz zu bringen und somit natürlich eine höhere Therapiefrequenz aufweisen und somit auch im Schnitt die "kostenspieligeren" BV abrechnen als kleine Praxen, die die BV über 16 Wochen ziehen müssen, um überhaupt auf die 18 bzw. 24 Behandlungseinheiten zu kommen.
Generalverdacht auszusprechen finde ich unter Kollegen schwierig, hier wird die Krankenkasse sauber in allem bestätigt.
Ab davon erachte ich dieses Pilotprojekt eh als nicht repräsentativ, solange es auf eine Diagnosegruppe beschränkt wird. Bei einer Ausweitung auf alle Diagnosegruppen wird sich m.E. ein ganz anderes Bild darstellen, da Therapieplanung insbesondere im Bereich der KGG vereinfacht wird.
Gleichwohl werde ich nicht müde zu schreiben, mehr Verantwortung zu tragen und durchaus höhere Abzüge insbesondere im Bereich der KGG hinzunehmen, so wir dadurch in Ruhe arbeiten und den Bedürfnissen der Patienten gerecht werden können.
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Dorsovolar schrieb:
Grundsätzlich bin ich bei Dir, was aber konkret verstehst Du unter einer Großpraxis?
Tatsache ist, dass große Praxen personell deutlich mehr Möglichkeiten haben, Personal zum Einsatz zu bringen und somit natürlich eine höhere Therapiefrequenz aufweisen und somit auch im Schnitt die "kostenspieligeren" BV abrechnen als kleine Praxen, die die BV über 16 Wochen ziehen müssen, um überhaupt auf die 18 bzw. 24 Behandlungseinheiten zu kommen.
Generalverdacht auszusprechen finde ich unter Kollegen schwierig, hier wird die Krankenkasse sauber in allem bestätigt.
Ab davon erachte ich dieses Pilotprojekt eh als nicht repräsentativ, solange es auf eine Diagnosegruppe beschränkt wird. Bei einer Ausweitung auf alle Diagnosegruppen wird sich m.E. ein ganz anderes Bild darstellen, da Therapieplanung insbesondere im Bereich der KGG vereinfacht wird.
Gleichwohl werde ich nicht müde zu schreiben, mehr Verantwortung zu tragen und durchaus höhere Abzüge insbesondere im Bereich der KGG hinzunehmen, so wir dadurch in Ruhe arbeiten und den Bedürfnissen der Patienten gerecht werden können.
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eim schrieb:
Wer gedacht hat das die KK das so ohne weiteres schlucken mit der Blankoverornung der galubt auch an den Weihnachtsmann.Das die jetzt suchen und behaupten werden das die Blanko zu teuer geworden ist, soll verhindern das sie ausgeweitet wird und bei der nächsten Verhandlung über die Preise als Argument herhalten um wenig erhöhen zu können.
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ali schrieb:
@Dorsovolar Warum "müssen" wir denn auf 18-24 Behandlungen kommen? 4-5 die Woche KKG sind in den allermeisten Fällen (eigentlich fällt mir keiner ein) wohl kaum nötig, schon gar nicht über 12 und mehr Wochen...
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anika666 schrieb:
@ali Die Frage hab ich mir auch gestellt. Bei mir ist oft nach 5-10 Behandlungen Schluss. Bei der 85ig Jährigen mit massiver Arthrose geht das auch mal länger, aber dann reicht auch einmal die Woche. Komplizierte OPs nach Brüchen oder Rotatorenmanschettenrupturen dauern länger. Große Praxen müssen anscheinend schauen, dass sie ihre Pläne vollkriegen oder es werden den Rezikräften Standards vorgegeben, wie sie eine Blanko planen müssen ohne individuelle Betrachtung. Das ist sicher nicht Sinn der Blankoverordnungen.
Tatsache ist, dass große Praxen personell deutlich mehr Möglichkeiten haben, Personal zum Einsatz zu bringen und somit natürlich eine höhere Therapiefrequenz aufweisen und somit auch im Schnitt die "kostenspieligeren" BV abrechnen als kleine Praxen, die die BV über 16 Wochen ziehen müssen, um überhaupt auf die 18 bzw. 24 Behandlungseinheiten zu kommen.
Die Betreiber kleinerer Praxen müssen die BV nicht über 16 Wochen hinziehen, weil sie keine freien Kapazitäten haben, sondern sie tun es (zumindest in meinem Fall) in voller Absicht, weil sie wissen, dass gerade die Behandlung von Läsionen des Schultergelenkes sehr lange Zeit benötig. Diese Zeit kann man sehr sinnvoll mit therapiefreien Zeiten gestalten, in denen die Patienten eigenverantwortlich die mit ihnen einstudierten Mobilisations- und Stabilisationsprogramme zu Hause umsetzen.
Wir ziehen die Therapie ganz bewusst nicht schnell durch und bemühen uns, BVen regelmäßig mit weniger als 18 bis 24 Behandlungseinheiten abzuschließen. Mehr als zwei Termine KGG bekommen die Patienten bei uns nicht (Leistungssportler ausgenommen), weil dies therapeutisch keinen Sinn macht und die für relativ untrainierte Patienten erforderlichen Trainingspausen misachten würde. Ein Trainingsprogramm, bei dem man bei durchschnittlichen Schulter-Patienten auf die Superkompensationseffekte der zurückliegenden Trainingseinheit bereits am nächsten Tag aufbauen kann, ist mir nicht bekannt. Natürlich kann man die Patienten an den Geräten irgendwelche unterschwelligen Pillepalle-Übungen machen lassen, von denen sie sich bereits nach zwei Stunden wieder erholt haben. Dies hat dann aber nichts mehr mit zielgerichtetem Training des Patienten zu tun, sondern allein mit Gewinnoptimierung des Praxisbetreibers.
Bei den Großpraxen denke ich ganz konkret an Praxen in der Umgebung meiner eigenen, die von Investoren aufgekauft wurden, nachdem sie zuvor von ihren Inhabern selbst geführt wurden. Was in diesen Praxen passiert, hat nichts mehr mit sinnvoller Therapie zu tun. Anstatt beispielsweise sinnvolle Unterbrechungstage zwischen den Therapieeinheiten einzuplanen, bekommen die Patienten fünf Termine KGG pro Woche, nicht selten von Physio-Azubis im Praktikum beaufsichtigt und auf jeden Fall in weit größeren Gruppen zusammengefasst, als es bei KGG vorgesehen ist. Typisch für diese Praxen ist, dass die Patienten nicht selten genauso viele verschiedene Therapeuten kennenlernen, wie sie Behandlungseinheiten bekommen.
Vielfach werden Kassenarztsitze von Investoren aufgekauft und dann gemeinsam in einem stylischen Nebau in zentraler Lage untergebracht, wo zwar Ärzte namentlich auf den Praxisschildern stehen, die Investoren aber das Sagen haben und die Ärzte nur noch zusehen müssen, wie sie den geforderten Umsatz erwirtschaften. Das ganze nennt sich dann "MVZ". Zu diesem Geschäftsmodell passt dann auch noch sehr gut eine große Physio-Praxis oder ein EAP-Zentrum, um die Patienten mit hohen Therapiefrequenzen möglicht schnell durchzuschleusen. Für mich sind solche Praxen nichts anderes, als Durchlauferhitzer!
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MikeL schrieb:
@Dorsovolar
Dorsovolar schrieb am 24.03.2026 17:37 Uhr:Grundsätzlich bin ich bei Dir, was aber konkret verstehst Du unter einer Großpraxis?
Tatsache ist, dass große Praxen personell deutlich mehr Möglichkeiten haben, Personal zum Einsatz zu bringen und somit natürlich eine höhere Therapiefrequenz aufweisen und somit auch im Schnitt die "kostenspieligeren" BV abrechnen als kleine Praxen, die die BV über 16 Wochen ziehen müssen, um überhaupt auf die 18 bzw. 24 Behandlungseinheiten zu kommen.
Die Betreiber kleinerer Praxen müssen die BV nicht über 16 Wochen hinziehen, weil sie keine freien Kapazitäten haben, sondern sie tun es (zumindest in meinem Fall) in voller Absicht, weil sie wissen, dass gerade die Behandlung von Läsionen des Schultergelenkes sehr lange Zeit benötig. Diese Zeit kann man sehr sinnvoll mit therapiefreien Zeiten gestalten, in denen die Patienten eigenverantwortlich die mit ihnen einstudierten Mobilisations- und Stabilisationsprogramme zu Hause umsetzen.
Wir ziehen die Therapie ganz bewusst nicht schnell durch und bemühen uns, BVen regelmäßig mit weniger als 18 bis 24 Behandlungseinheiten abzuschließen. Mehr als zwei Termine KGG bekommen die Patienten bei uns nicht (Leistungssportler ausgenommen), weil dies therapeutisch keinen Sinn macht und die für relativ untrainierte Patienten erforderlichen Trainingspausen misachten würde. Ein Trainingsprogramm, bei dem man bei durchschnittlichen Schulter-Patienten auf die Superkompensationseffekte der zurückliegenden Trainingseinheit bereits am nächsten Tag aufbauen kann, ist mir nicht bekannt. Natürlich kann man die Patienten an den Geräten irgendwelche unterschwelligen Pillepalle-Übungen machen lassen, von denen sie sich bereits nach zwei Stunden wieder erholt haben. Dies hat dann aber nichts mehr mit zielgerichtetem Training des Patienten zu tun, sondern allein mit Gewinnoptimierung des Praxisbetreibers.
Bei den Großpraxen denke ich ganz konkret an Praxen in der Umgebung meiner eigenen, die von Investoren aufgekauft wurden, nachdem sie zuvor von ihren Inhabern selbst geführt wurden. Was in diesen Praxen passiert, hat nichts mehr mit sinnvoller Therapie zu tun. Anstatt beispielsweise sinnvolle Unterbrechungstage zwischen den Therapieeinheiten einzuplanen, bekommen die Patienten fünf Termine KGG pro Woche, nicht selten von Physio-Azubis im Praktikum beaufsichtigt und auf jeden Fall in weit größeren Gruppen zusammengefasst, als es bei KGG vorgesehen ist. Typisch für diese Praxen ist, dass die Patienten nicht selten genauso viele verschiedene Therapeuten kennenlernen, wie sie Behandlungseinheiten bekommen.
Vielfach werden Kassenarztsitze von Investoren aufgekauft und dann gemeinsam in einem stylischen Nebau in zentraler Lage untergebracht, wo zwar Ärzte namentlich auf den Praxisschildern stehen, die Investoren aber das Sagen haben und die Ärzte nur noch zusehen müssen, wie sie den geforderten Umsatz erwirtschaften. Das ganze nennt sich dann "MVZ". Zu diesem Geschäftsmodell passt dann auch noch sehr gut eine große Physio-Praxis oder ein EAP-Zentrum, um die Patienten mit hohen Therapiefrequenzen möglicht schnell durchzuschleusen. Für mich sind solche Praxen nichts anderes, als Durchlauferhitzer!
Gleichwohl redet doch keiner von 4-5x KGG pro Woche, das ist natürlich Schwachsinn, steht aber gar nicht zur Debatte.
Allein die Tatsache, wie meine Aussage hier interpretiert wird, zeigt mir ein großes Problem zwischen den Therapeuten und somit der Einigkeit gegenüber den Krankenkassen auf. Deutlicher Fall von: man möchte es falsch verstehen.
Interessant übrigens mal eine andere Sichtweise:
18x 20 Minuten gegen 18x (nach Rahmenvertrag zulässigen) 15 Minuten Behandlungszeit. Hier ein Unterschied von 90 Minuten, was 4,5 Behandlungseinheiten mehr bei dem Luxustherapeuten (zu denen wir noch zählen) ausmacht.
Ich erachte diese ganze Diskussion unter nicht einheitlichen Behandlungsfrequenzen sowie für nicht sauber, hier wären mal die Akademiker unter uns gefragt. Interessant, wie hier mit verschiedenen Parametern gearbeitet und argumentiert wird, ohne diese sauber zu hinterfragen.
Auch toll finde ich, dass noch gar keine validen Ergebnisse über die mittel- bis langfristigen Erfolge bei der BV erhoben wurden, dennoch geht das Zerfleische unter den Kollegen schon los getreu dem Motto: Machst Du es anders als ich, muss es falsch sein.
Wundern wir uns bitte also nicht, wenn wir unsere Mitstreiter unter Generalverdacht stellen und auch noch in der Außendarstellung Argumente liefern, wenn die Ergebnisse bei den weiteren Verhandlungen nicht unseren Vorstellungen entsprechen.
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Dorsovolar schrieb:
@ali Die Feinheit liegt hier in der Deutschen Sprache: Sie müssen nicht auf die Anzahl von 18-24 Behandlungseinheiten kommen, sollte ein Patient allerdings diese doch benötigen, sind die von mir angesprochenen kleinen Praxen gezwungen, diese über den gesamten Zeitraum zu ziehen, da die Kapazitäten fehlen. Dies ist bei unseren Kollegen mit wenig Mitarbeitern definitiv der Fall.
Gleichwohl redet doch keiner von 4-5x KGG pro Woche, das ist natürlich Schwachsinn, steht aber gar nicht zur Debatte.
Allein die Tatsache, wie meine Aussage hier interpretiert wird, zeigt mir ein großes Problem zwischen den Therapeuten und somit der Einigkeit gegenüber den Krankenkassen auf. Deutlicher Fall von: man möchte es falsch verstehen.
Interessant übrigens mal eine andere Sichtweise:
18x 20 Minuten gegen 18x (nach Rahmenvertrag zulässigen) 15 Minuten Behandlungszeit. Hier ein Unterschied von 90 Minuten, was 4,5 Behandlungseinheiten mehr bei dem Luxustherapeuten (zu denen wir noch zählen) ausmacht.
Ich erachte diese ganze Diskussion unter nicht einheitlichen Behandlungsfrequenzen sowie für nicht sauber, hier wären mal die Akademiker unter uns gefragt. Interessant, wie hier mit verschiedenen Parametern gearbeitet und argumentiert wird, ohne diese sauber zu hinterfragen.
Auch toll finde ich, dass noch gar keine validen Ergebnisse über die mittel- bis langfristigen Erfolge bei der BV erhoben wurden, dennoch geht das Zerfleische unter den Kollegen schon los getreu dem Motto: Machst Du es anders als ich, muss es falsch sein.
Wundern wir uns bitte also nicht, wenn wir unsere Mitstreiter unter Generalverdacht stellen und auch noch in der Außendarstellung Argumente liefern, wenn die Ergebnisse bei den weiteren Verhandlungen nicht unseren Vorstellungen entsprechen.
Dennoch folgendes:
Ich bin kein Freund von anekdotischer Evidenz, aber hier mal ein Vergleich aus meinem persönlichen Umfeld, was mir bitter aufzeigt, dass wir unsere Debattenkultur völlig falsch steuern.
Meine Schwiegermutter ist gerade in der geriartrischen Reha wegen Fraktur, Details spare ich mir.
Hier 3 mal am Tag Gymnastik auf dem Zimmer vom Fernseher aus, dann mit Glück mal eine KG einzel, wenn, dann immer unterschiedliche Therapeuten, die meisten Therapien fallen aus ohne Absage, sie sitzt und wartet im Zimmer.
MTT 2x in 2 Wochen, keiner mobilisiert sie, sie sitzt den ganzen Tag im Rollstuhl.
Kostennote hier für 3 Wochen: locker 15.000€ für die GKV.
Wir würden das volle Programm machen in unserer großen Praxis mit allen technischen Möglichkeiten, nehmen wir die BV als Vorbild, 3 Wochen: maximal 1.500€.
Dazu wegen meiner Pflegedienst und Essen auf Rädern: 3.000€
Somit gerade mal ein knappes Drittel Kosten bei DEUTLICH besserer Versorgung und dem Augenmerk darauf, der der Pflegedienst locker das Doppelte von uns kostet.
Ich weiß nicht, worüber wir hier diskutieren, anstatt uns gegenseitig hier zu erzählen, wie man es zu machen hat, sollten wir der GKV mal den Wind aus den Segeln nehmen, hier wird gerade versucht, die zukünftige Versorgung der alternden Gesellschaft zu gefährden indem man uns an die Wand stellt, obwohl wir (s. Rechnung oben) im Grunde immer noch die Billiglöhner sind, allerdings mit riesigen Investionssummen für eine vernünftige MTT und sonstige Praxisausstattung.
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Dorsovolar schrieb:
@MikeL Einverstanden, hier widerspreche ich Dir natürlich nicht, zumindest was die Herangehensweise von Großinvestoren angeht.
Dennoch folgendes:
Ich bin kein Freund von anekdotischer Evidenz, aber hier mal ein Vergleich aus meinem persönlichen Umfeld, was mir bitter aufzeigt, dass wir unsere Debattenkultur völlig falsch steuern.
Meine Schwiegermutter ist gerade in der geriartrischen Reha wegen Fraktur, Details spare ich mir.
Hier 3 mal am Tag Gymnastik auf dem Zimmer vom Fernseher aus, dann mit Glück mal eine KG einzel, wenn, dann immer unterschiedliche Therapeuten, die meisten Therapien fallen aus ohne Absage, sie sitzt und wartet im Zimmer.
MTT 2x in 2 Wochen, keiner mobilisiert sie, sie sitzt den ganzen Tag im Rollstuhl.
Kostennote hier für 3 Wochen: locker 15.000€ für die GKV.
Wir würden das volle Programm machen in unserer großen Praxis mit allen technischen Möglichkeiten, nehmen wir die BV als Vorbild, 3 Wochen: maximal 1.500€.
Dazu wegen meiner Pflegedienst und Essen auf Rädern: 3.000€
Somit gerade mal ein knappes Drittel Kosten bei DEUTLICH besserer Versorgung und dem Augenmerk darauf, der der Pflegedienst locker das Doppelte von uns kostet.
Ich weiß nicht, worüber wir hier diskutieren, anstatt uns gegenseitig hier zu erzählen, wie man es zu machen hat, sollten wir der GKV mal den Wind aus den Segeln nehmen, hier wird gerade versucht, die zukünftige Versorgung der alternden Gesellschaft zu gefährden indem man uns an die Wand stellt, obwohl wir (s. Rechnung oben) im Grunde immer noch die Billiglöhner sind, allerdings mit riesigen Investionssummen für eine vernünftige MTT und sonstige Praxisausstattung.
Die Zahlen mit 4-5x die Woche stehen halt im Raum, wenn es Verordungen mit mehreren Tausend Euro abgerechnet werden. Das werden wahrscheinlich oder hoffentlich nicht viel sein, aber das Ausreizen der KGG Kapazitäten scheint, wenn man so liest und hört schon ein Problem zu sein.
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ali schrieb:
@Dorsovolar Quatsch, wenn Patienten ne hohe Behandlungsfrequenz brauchen, können sie die auch in kleineren Praxen bekommen, dann können halt weniger Patienten betreut werden.
Die Zahlen mit 4-5x die Woche stehen halt im Raum, wenn es Verordungen mit mehreren Tausend Euro abgerechnet werden. Das werden wahrscheinlich oder hoffentlich nicht viel sein, aber das Ausreizen der KGG Kapazitäten scheint, wenn man so liest und hört schon ein Problem zu sein.
Diese KGG-Problematik löst sich automatisch, wenn die Blankoverordnung ausgeweitet wird. Natürlich muss ich diese Aussage vorwegnehmen, sonst werde ich hier ja wieder gekillt: Nein, wir machen das so nicht...
Aber im Herzen kann ich schon PI verstehen, die Unsummen für die für KGG geforderten Geräte ausgeben und Jahrelang kein ROI generieren, weil die Krankenkassen den Ärzten Druck über das Bugdet gemacht haben. Nun sehen Sie mal Licht am Horizont und übertreiben bestimmt zuweilen, angefeuert von sehr bekannten Physiobedarfunternehmen... Allerdings ist dieses Phänomen von den Kassen doch einkalkuliert worden um hinterher besser argumentieren zu können. Man hätte (und so sollte es auch kommen) KGG im Hinblick auf die BV stark reglementieren und nach der 6-10 Einheit mit beispielsweise 20% sanktionieren können. Zack, alle wären glücklich.
So zerfetzen wir uns gegenseitig und gewinnen wird wer? Ach ja, die Schmutzkampagnen-GKV.
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Dorsovolar schrieb:
@ali Das sieht bei uns in der Stadt anders aus, die Praxen nehmen zu viele Patienten an und können diese dann nur 1x die Woche behandeln.
Diese KGG-Problematik löst sich automatisch, wenn die Blankoverordnung ausgeweitet wird. Natürlich muss ich diese Aussage vorwegnehmen, sonst werde ich hier ja wieder gekillt: Nein, wir machen das so nicht...
Aber im Herzen kann ich schon PI verstehen, die Unsummen für die für KGG geforderten Geräte ausgeben und Jahrelang kein ROI generieren, weil die Krankenkassen den Ärzten Druck über das Bugdet gemacht haben. Nun sehen Sie mal Licht am Horizont und übertreiben bestimmt zuweilen, angefeuert von sehr bekannten Physiobedarfunternehmen... Allerdings ist dieses Phänomen von den Kassen doch einkalkuliert worden um hinterher besser argumentieren zu können. Man hätte (und so sollte es auch kommen) KGG im Hinblick auf die BV stark reglementieren und nach der 6-10 Einheit mit beispielsweise 20% sanktionieren können. Zack, alle wären glücklich.
So zerfetzen wir uns gegenseitig und gewinnen wird wer? Ach ja, die Schmutzkampagnen-GKV.
Normale KG ohne Geräte
KGG Ist KG mit Kleingeräten
funktions Trainning am Großgerät
Abgestuft je nach Patient
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Inche schrieb:
@Dorsovolar Viel Besser unterteilen in KG Kleingerät das dann jeder mit Zertifikat aber ohne Großgeräte abrechnen kann.Das ginge auch im Hb u via Video und in der Blanko Vo.Das Zweite wäre Funktions Training am Groß Geräte ebenso mit dem KG Geräte Zertifikat abrechenbar.Aber gesondert zusätzlich zur Blanko ähnlich wie Rehasport verorden.Dann aber auch für ZNS Pat.Und nicht im Fitniss Studio.Das Zertifikat in den Unterricht intigrieren.Somit wäre das Training Optimiert und Abrechnungs Option verbessert.
Normale KG ohne Geräte
KGG Ist KG mit Kleingeräten
funktions Trainning am Großgerät
Abgestuft je nach Patient
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Dorsovolar schrieb:
@Inche Wie ich gern hier sage, die Möglichkeiten sind vielfältig. Wir allerdings sind wieder mal in die Falle getappt und lassen uns aufgrund nicht valider Zahlen der AOK öffentlich an die Wand stellen.
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Nullahnung schrieb:
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MikeL schrieb:
Die Krankenkassen haben es seit 2017 erfolgreich verstanden, die den Therapieberufen zugestandenen Honorarerhöhungen zu unterlaufen. Klammheimlich haben sie im Schulterschluss mit den Kassenätztlichen Vereinigungen dafür gesorgt, dass sich beispielsweise die Verordnung ergänzender Heilmittel gegen Null entwickelte, um prozentuale Steigerungen bei den Honoraren zu sabotieren. Qualifizierte Therapien wurden seitdem zugunsten billiger KG oder Massage ohne Wärmeanwendung zurück gefahren. Angesichts der seither massiv eingebrochenen KGG-Verordnungen habe ich mich oft gefragt, warum ich die teuer gemietete Praxisfläche mit der umfangreichen Geräteausstattung überhaupt für die Kunden der GKVen bereithalte.
Dass sich ausgerechnet die AOK über eine Ausgabensteigerung bei den Therapeuten echauffiert, ist für mich eine Farce. Zumndest in Hessen, dem Bundesland meines Praxisstandortes, hat sie es jahrzehntelang verstanden, die Entwicklung der Therapeutenhonorare unter die Inflation zu drücken, während sich ihre Chefetagen gleichzeitig die Taschen vollgemacht haben. Ich vermisse andererseits die öffentlich von den Kassen bekundete Freude darüber, dass durch sinnvolle Physiotherapie überflüssige Operationen der Schulter vermieden werden können, wodurch enorme Kosten eingespart werden können.
Bei keinem anderen Gelenk ist die muskuläre Stabilisation ähnlich wichtig, wie beim Schultergelenk. Dies hat zumindest den Therapeuten, die über die erforderliche Ausstattung und - noch wichtiger - die entsprechende Kompetenz hinsichtlich trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse verfügen, die Möglichkeit zu einer wirklich effektiven Therapie verschafft. Endlich haben wir mit der Blankoverordnung die Möglichkeit, unsere Trainingsgeräte und unsere Fachkompetenz zur Optimierung der Therapie sinnvoll einzusetzen, nachdem uns dies jahrelang durch die manipulative Einflussnahme der Kassen und KVen unmöglich gemacht wurde. Oder wollen die Kassen und KVen ernsthaft, dass wir unsere Schulterpatienten aus vermeintlichen Kostengründen mit sinnfreien Theraband-Übungen bespaßen?
Dass der vermehrte Einsatz von KGG zu einer Steigerung der Kosten geführt hat, liegt in der Natur der Sache. Die von der GKV geforderte umfangreiche Geräteausstattung und die Bereitstellung der erforderlichen Mindestfläche kosten nun einmal Geld. Geld, welches bei sinnvollem Einsatz der KGG auf der anderen Seite langfristig wieder eingespart werden kann.
Es ist andererseits - wie man aus zahlreichen Beiträgen in den Foren von physio.de lesen kann - leider auch eine Tatsache, dass manche Praxen die Blankoverordnung schamlos zur Gewinnoptimierung misbrauchen. Dies dürfte insbesondere auf viele der Großpraxen zutreffen, die teilweise von fachfremden Personen oder Investoren betrieben werden, denen es nicht um die Behandlungsqualität, sondern allein um die Rendite geht. Hier liegt es an den Krankenkassen, Misbräuche aufzudecken und entsprechend zu ahnden.
Was man an Physio mehr bezahlt spart man an manchem Krankenhausaufenthalt und weniger Arztbesuchen zu einem gewissen Teil bestimmt wieder ein könnte ich mir vorstellen.
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Da wird es jetzt bei der BV noch etwas weiße Salbe im Gegenzug für mehr Budgetverantwortung geben und dann war es das mit Aufwertung des Berufes.
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Jens Uhlhorn schrieb:
Die ganze Debatte zielt im Kern auf den Direktzugang, den Kassen und Ärzte verhindern wollen.
Da wird es jetzt bei der BV noch etwas weiße Salbe im Gegenzug für mehr Budgetverantwortung geben und dann war es das mit Aufwertung des Berufes.
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anika666 schrieb:
Dafür macht man dann aber keine Erhebungen, stattdessen wird munter draufgehauen.
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Jens Uhlhorn schrieb:
@anika666 Das war selten anders. Seehofer wollte uns 1996 sogar aus dem Leistungskatalog werfen.
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anika666 schrieb:
@Jens Uhlhorn Ich erinnere mich dumpf!
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Stefan Arnold schrieb:
Solche Berichte verheißen nichts Gutes. Die Erweiterung der Blankoverordnung auf nahezu alle Diagnosen ist für mich eigentlich alternativlos aber danach sieht es für mich zur Zeit leider nicht aus.
Was man an Physio mehr bezahlt spart man an manchem Krankenhausaufenthalt und weniger Arztbesuchen zu einem gewissen Teil bestimmt wieder ein könnte ich mir vorstellen.
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Jens Uhlhorn schrieb:
Honorarkürzungen kann es nur geben, wenn die geschiedsten Parameter ins Negative drehen. Da müsste aber eine ganze Menge passieren, damit das eintritt.
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sam98 schrieb:
Nach den Honorarkürzungen bei Hebammen und Psychotherapeuten rechne ich eher damit, als mit positiven Veränderungen der Arbeitsbedingungen in der Physiotherapie.
Ich bin mir sicher, dass diese Manöver von einige wenigen Praxisinhabern durchgeführt werden, aber diese Schaden allen. Jeder Inhaber sollte sich bewusst sein, dass solche Verstöße der Physiotherapie in Deutschland in Gänze schaden und aus reiner Profitgier ein ganzer Beruf in den Schmutz gezogen wird.
In der gesamten Geschichte der PT in Deutschland ging es Therapeuten noch nie so gut wie jetzt dafür sollten wir weiter kämpfen und rigoros gegen alle vorgehen die eine Gefahr für unseren Job darstellen. Bei allem Gejammer und Geweine in diesen Foren hier täten wir gut daran uns an die eigene Nase zu fassen und nicht immer einem "mimimi" - Reflex folgen.
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Kalle1 schrieb:
Es muss dem Patienten doch bei der Zuzahlung auffallen das er diese Therapien nicht bekommen hat.
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Felix Schmitz-Justen schrieb:
Täterumkehr. 8000€ für ein Rezept ist Betrug und macht in keinem Szenario irgendeinen Sinn.
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Kalle1 schrieb:
@Felix Schmitz-Justen win soll das auch gehen ?
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Felix Schmitz-Justen schrieb:
Also ich kenne mindestens 4 Praxen die massiv mit der Blankoverordnung Schindluder treiben. Bei allem Verständnis für unsere Situation sollten wir ernsthaft über Kontrollgremien nachdenken. Wir haben bei vielen Praxisbesitzern eklatante Neigungen zu Betrug. Sei es die Anwendung von Elektrotherapie als komplette "KG", Praktikanten, die nicht ausgebildet sondern nur als billige Arbeitssklaven missbraucht werden, einen massiven Hang zur Ausbeutung bei nicht deutschen Physiotherapeuten die Ihre Anerkennung machen und nun auch die Blankioverodnung. (derjenige der ernsthaft eine 8000€ Verordnung eingereicht hat sollte m.M.n. sofort seine Zulassung verlieren)
Ich bin mir sicher, dass diese Manöver von einige wenigen Praxisinhabern durchgeführt werden, aber diese Schaden allen. Jeder Inhaber sollte sich bewusst sein, dass solche Verstöße der Physiotherapie in Deutschland in Gänze schaden und aus reiner Profitgier ein ganzer Beruf in den Schmutz gezogen wird.
In der gesamten Geschichte der PT in Deutschland ging es Therapeuten noch nie so gut wie jetzt dafür sollten wir weiter kämpfen und rigoros gegen alle vorgehen die eine Gefahr für unseren Job darstellen. Bei allem Gejammer und Geweine in diesen Foren hier täten wir gut daran uns an die eigene Nase zu fassen und nicht immer einem "mimimi" - Reflex folgen.
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