In unserer maritim gestalteten,
mitten in Halstenbek gelegenen
Praxis benötigen wir weitere
zupackende Hände, um unsere
Patienten weiterhin gut versorgen
zu können. Auch ein/e
Berufsanfänger/in ist willkommen.
Eine sorgfältige Einarbeitung ist
selbstverständlich.
Zur Zeit könnte ich zusätzlich
eine 2-Zimmer Whg vermitteln. Die
Whg hat einen Balkon, liegt sehr
ruhig und nahe der S-Bahn.
Wir sind ein Team von sechs
Mitarbeiter/innen mit
Unterstützung durch zwei
Rezeptionskräfte, di...
mitten in Halstenbek gelegenen
Praxis benötigen wir weitere
zupackende Hände, um unsere
Patienten weiterhin gut versorgen
zu können. Auch ein/e
Berufsanfänger/in ist willkommen.
Eine sorgfältige Einarbeitung ist
selbstverständlich.
Zur Zeit könnte ich zusätzlich
eine 2-Zimmer Whg vermitteln. Die
Whg hat einen Balkon, liegt sehr
ruhig und nahe der S-Bahn.
Wir sind ein Team von sechs
Mitarbeiter/innen mit
Unterstützung durch zwei
Rezeptionskräfte, di...
Wer sich also mit bestmöglicher Studienqualität in ein Thema einarbeiten will, liest vor allem RCTs und Übersichtsarbeiten – nach der gängigen Lehre. ForscherInnen um die Physiotherapeutin und Wissenschaftlerin Cordula Braun warnen nun allerdings, dass dies große Gefahren bergen kann.• Grundlagenforschung/Biomechanik
• Fallberichte
• Querschnitts- oder Längsschnittstudien
• Retrospektive Kohortenstudien oder Fall-Kontroll-Studien
• Prospektive Kohortenstudien
• Nicht-randomisierte kontrollierte Studien
• Randomisiert kontrollierte Studien (RCTs)
• Systematische Übersichtsarbeiten/Meta-Analysen
Schnell publiziert, schlecht gemacht
Die Forschungslandschaft ist hart. Befristete Stellen und begrenzte finanzielle Mittel sind eng daran gebunden, wie viele Studien WissenschaftlerInnen publizieren. Die Qualität der Veröffentlichungen ist dabei weniger entscheidend als die Quantität – und das hat Folgen. Für Übersichtsarbeiten brauchen ForscherInnen (oder StudentInnen) kein Labor, keine ProbandInnen, also kaum finanzielle Mittel. Daher sind sie ausgezeichnet dafür geeignet, die eigene Publikationsliste zu füllen. Das hat zur Folge, dass im Jahr 2024 18-mal so viele Übersichtsarbeiten wie im Jahr 2005 publiziert wurden. Die Zahl der Veröffentlichungen stieg binnen 19 Jahren von 2.030 auf satte 36.406.
Würden diese Übersichtsarbeiten unterschiedliche Fragestellungen betrachten, wäre das auch kein Problem, allerdings häufen sich Studien mit ein und denselben Themen – aber teils unterschiedlichen Ergebnissen. Braun et al. sehen den Grund hierfür vor allem in der mangelnden Studienqualität. Kein Mensch ist in der Lage, über 30.000 Arbeiten auf methodische Mängel zu überprüfen. Allerdings existieren Stichprobenstudien, die über 500 im Zufallsprinzip ausgewählte Übersichtsarbeiten auf Herz- und Nieren testeten. Diese bestätigen Brauns Annahme: 86 Prozent der Übersichtsarbeiten, die laut Evidenzpyramide die höchste Evidenzstufe darstellen sollten, weisen ein hohes Verzerrungsrisiko (also eine schlechte Evidenzqualität) auf, nur jede zehnte ein niedriges.
Was muss sich ändern?
Die AutorInnen schlagen eine Reihe konkreter Lösungsansätze vor, um die derzeitige „Massenproduktion“ wenig verlässlicher systematischer Reviews zu stoppen und die Qualität der Evidenz nachhaltig zu verbessern. Vor allem müssen alle in der Forschung Beteiligten umdenken: Es soll deutlich weniger, dafür aber methodisch hochwertige, relevante und wirklich benötigte Reviews geben. Bereits zu Beginn der Forschung müsse kritisch geprüft werden, ob ein neuer Review überhaupt notwendig ist oder ob aktuelle, qualitativ gute Übersichtsarbeiten bereits vorliegen. Fachzeitschriften und GutachterInnen sollen in Zukunft wieder ihrer Verantwortung gerecht werden, indem sie klare Qualitätsstandards einfordern und Reviews mit erheblichen Mängeln nicht publizieren.
Zusätzlich plädieren die AutorInnen für den Aufbau von Kompetenznetzwerken, eine bessere methodische Aus- und Weiterbildung sowie für unterstützende Datenbanken, die NutzerInnen – etwa auch PhysiotherapeutInnen in Praxis und Leitlinienarbeit – bei der Identifikation vertrauenswürdiger Reviews entlasten.
Augen auf bei der Studienwahl
Auch bei unseren Recherchen fallen immer wieder Übersichtsarbeiten mit widersprüchlichen Ergebnissen auf, über die wir dann in der Regel auch berichten, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Mit Hilfsmitteln wie den GRADE-Kriterien (die oft nicht eingehalten werden) ist es möglich, einen Eindruck über die Evidenzqualität zu gewinnen und Übersichtsarbeiten mit schlechter Qualität zu vernachlässigen. Wenn Frust beim Lesen darüber entsteht, dass die Evidenzqualität einer Studie wieder einmal schlecht war, spiegelt das im Grunde genommen ziemlich genau das Problem wider, das Braun et al. benennen wollen.
WissenschaftskonsumentInnen (wie Sie und natürlich auch der Autor dieser Zeilen) sollten also kritisch und dennoch weiter neugierig sein. Wissenschaft ist das einzige Werkzeug, das uns dabei hilft, der Wahrheit auf die Schliche zu kommen. Werkzeuge nutzen sich ab, wenn man sie zu häufig oder für den falschen Zweck verwendet; daher wollen Braun et al. dieses stumpfe Werkzeug wieder nachschleifen. Die Forschungslandschaft muss nun Taten folgen lassen.
Daniel Bombien / physio.de
ForschungKritikStudie
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