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Blankoverordnung unter Druck
AOK kritisiert Kostenexplosion – Physiotherapie verweist auf notwendige Versorgung
Ein Gastbeitrag des berufspolitisch engangierten Physiotherapeuten Olav Gerlach aus Heiligenhafen
24.03.2026 • 38 Kommentare
Beeindruckende Eingangshalle des AOK-Bundesverbandes
Foto: AOK-Bundesverband/Stefan Melchior • Lizenz: CC-BY •
Ausgangslage: Mehr Freiheit, mehr Verantwortung
Mit der Einführung der Blankoverordnung sollten PhysiotherapeutInnen und ErgotherapeutInnen mehr Verantwortung in der Versorgung übernehmen. Seit 2024 können sie nach ärztlicher Diagnose eigenständig über Art, Umfang und Frequenz der Therapie entscheiden. Das Ziel: eine stärker patientenorientierte und evidenzbasierte Behandlung. Ein Jahr nach Einführung fällt die erste große Zwischenbilanz jedoch kontrovers aus.

Daten: Deutlicher Anstieg bei Kosten und Leistungen
Der AOK-Bundesverband sieht in seinen Abrechnungsdaten vor allem einen starken Anstieg von Leistungen und Kosten. In der Ergotherapie stiegen die Ausgaben in den relevanten Diagnosebereichen um 62 Prozent, während die Zahl der Behandlungen um 34 Prozent zunahm. In der Physiotherapie – aktuell ausschließlich bei Schulterdiagnosen – stiegen die Kosten um nahezu 100 Prozent, die Behandlungszahlen um 73 Prozent.

Auffällig ist zudem eine Verschiebung hin zu "teureren Leistungen". So hat sich in der Physiotherapie etwa der Anteil der Manuellen Therapie im Vergleich zur Krankengymnastik deutlich erhöht. Parallel dazu stieg die Zahl der besonders hochpreisigen Verordnungen stark an. Insgesamt stiegen die Heilmittelausgaben im Jahr 2025 um 10,4 Prozent beziehungsweise 1,4 Milliarden Euro. Seit 2019 beträgt der Anstieg rund 68 Prozent.

Kritik: „Mehr Geld ohne nachweisbaren Nutzen“
Die AOK-Vorstandsvorsitzende Carola Reimann spricht von „unwirtschaftlichen Fehlentwicklungen“. Die Blankoverordnung werde teilweise als „Blanko-Scheck zur Einnahmeoptimierung“ genutzt; die Möglichkeiten der Therapeutinnen und Therapeuten müssten begrenzt werden. Auch andere Krankenkassen äußern Zweifel. Die Versorgungsqualität sei derzeit nicht valide messbar und es fehlten belastbare Nachweise für Verbesserungen.

Ca.15 Prozent der Ausgabensteigerung entfallen auf die Steuerungs- und Dokumentationspauschalen. Stichproben zeigen laut AOK zudem kaum Veränderungen im Therapieaufbau. Häufig bleibe es bei gleichbleibenden Maßnahmen – trotz erweiterter Entscheidungsfreiheit.

Einordnung: Physiotherapie sieht notwendige Entwicklung
Die Berufsverbände widersprechen dieser Bewertung deutlich. Für Physio Deutschland spiegeln die steigenden Ausgaben vor allem eine realistischere und bedarfsgerechtere Versorgung wider. Erstmals können TherapeutInnen konsequent evidenzorientiert und leitlinientreu arbeiten, etwa durch den gezielteren Einsatz von Manueller Therapie und Krankengymnastik am Gerät bei bestimmten Diagnosen.

Höhere Kosten seien dabei kurzfristig erwartbar, könnten aber langfristig Chronifizierungen und Folgekosten vermeiden. Zugleich verweisen die Verbände darauf, dass belastbare Studien zur Versorgungsqualität noch ausstehen. Erste Evaluationen sind bereits geplant (wir berichteten).

Konsequenz: Reforminstrument ohne klare Bewertung
Die Blankoverordnung steht somit beispielhaft für ein strukturelles Problem im Gesundheitswesen. Mehr Autonomie führt zu mehr Verantwortung – aber auch zu höheren Kosten. Solange Qualität und Nutzen nicht systematisch gemessen werden, bleibt die Bewertung zwangsläufig einseitig.

Die Krankenkassen betrachten die Ausgaben, die Berufsverbände die Versorgungsspielräume. Für die Physiotherapie gilt: Die Richtung stimmt, doch es fehlt noch die Evidenz. Für die Politik ergibt sich daraus eine zentrale Aufgabe: Sie muss Transparenz schaffen, statt vorschnell zu begrenzen.

Meinung des Autors
Zahlen werden interpretiert – Versorgung wird ignoriert
Die Kritik der Krankenkassen folgt einem bekannten Muster. Steigende Kosten werden skandalisiert, Zusammenhänge jedoch ausgeblendet. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Verhandlungen zur Blankoverordnung und zur Kompetenzerweiterung im Rahmen der Primärversorgung stehen an. Da kommt ein kritischer Bericht gerade recht.

Was fehlt, ist der Blick aufs Ganze. Eine bessere und gezieltere Therapie kann Krankheitstage verkürzen, die Zahl der Arztbesuche reduzieren und die Medikamentenkosten senken. Konzepte wie KGG verhindern mit Sicherheit Folgebeschwerden. Diese Wirkung zeigt sich jedoch erst mittel- und langfristig und ist daher in kurzfristigen Abrechnungsdaten nicht erkennbar. Wer nur die Kosten zählt, blendet die Wirkung systematisch aus.

Währenddessen bleibt die zentrale Frage unbeantwortet: Wie soll Versorgung künftig funktionieren? Mehr PatientInnen, weniger TherapeutInnen, längere Wartezeiten – das ist die Realität. Physiotherapie ist längst ein Mangelberuf. Anstatt Lösungen zu diskutieren, wird über die Kosten gestritten. Prozentuale Honorarsteigerungen werden kritisiert, ohne die Ausgangslage zu nennen. Gleichzeitig fehlen seit Jahren echte Vorschläge zur Weiterentwicklung der Versorgung.

Auch die eigene Rolle gehört auf den Prüfstand
Bei aller berechtigten Kritik an den Kassen darf die eigene Profession nicht ausgenommen werden. Eine vorrangig ökonomisch motivierte und missbräuchliche Nutzung passiver Maßnahmen (Wärme- o. Kälteanwendungen) muss ebenso kritisch hinterfragt werden wie eine eskalierende Anwendung von KGG-Leistungen, die teilweise eher an Fitnessstudio-Verträge als an medizinisch begründete Therapie erinnern.

Zudem stellt sich die Frage der Transparenz: Wie PatientInnen Eigenanteile bei Verordnungen von mehreren tausend Euro nachvollziehen und zahlen können, bleibt offen. Wenn die Profession mehr Autonomie einfordert, gehört dazu zwingend auch ein verantwortungsvoller und nachvollziehbarer Umgang mit den eigenen Spielräumen.

Olav Gerlach aus Heiligenhafen

Olav Gerlach ist angestellter Physiotherapeut.
Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er durch seine Fahrradtour #TourdeSpahn2019 von der dänischen Grenze bis nach Berlin oder durch Auftritte im Fernsehen - alles immer mit dem Ziel, auf die Missstände in den Gesundheitsberufen hinzuweisen.

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BlankoverordnungAOKKritikVersorgungKommentarGastbeitrag


Es gibt 38 Beiträge
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gluteusmedius
Vor 3 Tagen
Wenn ich von uns ausgehe hat sich nichts geändert. Wir haben kaum BVs und wenn schließen wir die oft im ehemals "normalen" Rahmen von 6-8 Behandlungen ab.
Von daher ist so eine Kostensteigerung für mich nicht ganz erklärbar.
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• Buchi
Wenn ich von uns ausgehe hat sich nichts geändert. Wir haben kaum BVs und wenn schließen wir die oft im ehemals "normalen" Rahmen von 6-8 Behandlungen ab. Von daher ist so eine Kostensteigerung für mich nicht ganz erklärbar.
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gluteusmedius schrieb:

Wenn ich von uns ausgehe hat sich nichts geändert. Wir haben kaum BVs und wenn schließen wir die oft im ehemals "normalen" Rahmen von 6-8 Behandlungen ab.
Von daher ist so eine Kostensteigerung für mich nicht ganz erklärbar.

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evaso
Vor 8 Stunden
Für mich sind/wären die BV eine gute Sache in Richtung Eigenverantwortung, da der Berufsstand der PTs zeigen kann, wie verantwortungsvoll mit der Gesundheit des Patienten und den finanziellen Ressourcen umgegangen wird. Die Wirklichkeit zeigt aber teilweise, dass dies nicht genügend gemacht wird (siehe Kostenexplosion). Ein Ausweg daraus wäre dann evtl. den Therapeuten auch mehr finanzielle Verantwortung zu übergeben im Sinne einer Budgetierung bzw. über einen höheren Eigenanteil des Patienten, so dass auch der Patient Interesse an zügiger Genesung ohne Kostenexplosion hat. Ich bin da ohne Illusionen: ein großzügiger Zugang der Physios zum Gesundheitssystem ohne Regulierung oder Kostenverantwortung scheint in unserer Zeit mit knappen Kassen kaum möglich.
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Für mich sind/wären die BV eine gute Sache in Richtung Eigenverantwortung, da der Berufsstand der PTs zeigen kann, wie verantwortungsvoll mit der Gesundheit des Patienten und den finanziellen Ressourcen umgegangen wird. Die Wirklichkeit zeigt aber teilweise, dass dies nicht genügend gemacht wird (siehe Kostenexplosion). Ein Ausweg daraus wäre dann evtl. den Therapeuten auch mehr finanzielle Verantwortung zu übergeben im Sinne einer Budgetierung bzw. über einen höheren Eigenanteil des Patienten, so dass auch der Patient Interesse an zügiger Genesung ohne Kostenexplosion hat. Ich bin da ohne Illusionen: ein großzügiger Zugang der Physios zum Gesundheitssystem ohne Regulierung oder Kostenverantwortung scheint in unserer Zeit mit knappen Kassen kaum möglich.
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evaso schrieb:

Für mich sind/wären die BV eine gute Sache in Richtung Eigenverantwortung, da der Berufsstand der PTs zeigen kann, wie verantwortungsvoll mit der Gesundheit des Patienten und den finanziellen Ressourcen umgegangen wird. Die Wirklichkeit zeigt aber teilweise, dass dies nicht genügend gemacht wird (siehe Kostenexplosion). Ein Ausweg daraus wäre dann evtl. den Therapeuten auch mehr finanzielle Verantwortung zu übergeben im Sinne einer Budgetierung bzw. über einen höheren Eigenanteil des Patienten, so dass auch der Patient Interesse an zügiger Genesung ohne Kostenexplosion hat. Ich bin da ohne Illusionen: ein großzügiger Zugang der Physios zum Gesundheitssystem ohne Regulierung oder Kostenverantwortung scheint in unserer Zeit mit knappen Kassen kaum möglich.

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